Dschungelhölzer

Da wir handgeschnitzte Figuren aus Balsa- und Brotnussholz anbieten, gehen wir zunächst auf die entsprechenden Baumarten ein:

1. Balsabaum (Ochroma pyramidale)  
Mit nur einem Drittel der gewöhnlichen Holzdichte zeichnet sich der Balsabaum durch sein sehr leichtes Holz aus. Viele dürften es vom Modellbau her kennen, der ein oder andere vielleicht von der Leichtbauweise beim Brückenbau. Die Firma Siemens entwickelte daraus sogar Rotorenbestandteile für Windkraftwerke. So wurden 2012 für eine Windkraft-Anlage (Rotoren-Durchmesser: 154 m) vor der Küste Dänemarks die drei hohlen Rotorflügel von innen mit Streben aus Balsaholz stabilisiert.

Der gerade, zylindrische Balsa des Amazonas ist ein mittelgroßer immergrüner Baum von grau-weißer marmorähnlicher Farbe und einer Wuchshöhe von 30 - 50 m bei einem Stammdurchmesser von ca. 1 - 1,8 m. Ältere Exemplare haben kurze Brettwurzeln. Neben dem Holz verwendet man auch das wollartige Material der Samen.

Unsere Kunsthandwerker erhalten ihren bescheidenen Bedarf von örtlichen Balsa- oder Mischplantagen (dort wachsen die Bäume zwischen Bananen, Papaya und anderen Dschungelfrüchten). Da die Bäume in atemberaubender Schnelligkeit wachsen, ist der Anbau durchaus lohnenswert. Umweltgerecht ist er, sofern er den Regenwald nicht verdrängt und gemäß der FSC-Maßstäbe praktiziert wird. 

2. Roter Brotnussbaum (brosium rubescens)
Sein wunderschönes hartes rotbraunes Holz eignet sich bestens zur Herstellung solider und zeitloser Kunstobjekte. Unsere Kunsthandwerker aus kleinen Gemeinden am Amazonas erhalten zwecks nachhaltiger Nutzung des Materials Kurse und Ausbildungen seitens verschiedener staatlicher Institutionen. Es ist auch in ihrem Interesse, dass ihre Kinder und Enkelkinder die natürlichen Resourcen des Regenwaldes in Zukunft nutzen können, bei gleichzeitigem Erhalt des empfindlichen Ökosystems.

Der rote Brotnussbaum wächst sowohl in Ufernähe als auch im dichten Regenwald. Wann und wie er sich genau verbreitet bleibt erstaunlicherweise ein Geheimnis.
Er wird 20 - 40 m hoch bei einem Stammdurchmesser von ca. 1 m. Seine Rinde ist kastanienfarben, und wenn man sie verletzt, entweicht ein "blutiger" Saft, den die Einheimischen als Schmerzmittel verwenden. Seine Früchte enthalten bis zu 9 Kerne, sind hellgelb und von süßem Geschmack.

Kuriosität: Ein Verwandter dieser Spezies, der Brosium alicastrum, ist eine Baum gewordene Nährstofffarbrik, obwohl man dies leider mancherorts vergessen hat. Ein Hektar mit Brotnussbäumen könnte mehr zu einer nährstoffreichen Ernährung beitragen als ein Mais- oder Weizenfeld gleicher Größe, zumal sich die Baumsamen zu Mehl verarbeiten lassen und neben Proteinen auch Vitamine, Folsäure und Eisen enthalten.

3. Der südamerikanische Regenwald und seine Bedeutung im Allgemeinen
Im April 2020 hat die aus der Coronakrise hervorgehende Quarantäne und deren Auswirkungen der Welt eindrucksvoll bewiesen, dass die Natur den Menschen nicht braucht, der Mensch jedoch im höchsten Maße von den einwandfrei funktionierenden biologischen Mechanismen abhängig ist. Dabei spielt der südamerikanische Regenwald eine entscheidene Rolle, wenn nicht sogar die wichtigste. Er wird schon seit langem als "Lunge der Erde" bezeichnet.